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Überzeugen in der Öffentlichkeit

Überzeugen in der Öffentlichkeit - Medien, Kunden, Mitarbeiter

 

Ueberzeugen in der Oeffentlichkeit - Medien, Kunden, Mitarbeiter

"Ich seh' ja gar nichts!" "Wo ist das Publikum? Wo ist überhaupt die Bühne zu Ende? Und wann stellt einer diese grellen Bühnenscheinwerfer endlich aus?" "Was wollte ich eigentlich sagen?" So und ähnlich klingen die Rufe der Teilnehmer am ersten Tag, wenn sie auf der Bühne stehen. Die Körperhaltung ist ungelenk, die Stimme wird dünn und zittrig, wenn sie vor sich im grellen Licht die Augen des Publikums suchen. Alles in allem bieten die zwölf Frauen und Männer der oberen Führungsriege einen unbeholfenen Anblick auf der Bühne. Das ändert sich im Laufe der insgesamt acht Workshoptage erheblich. Das Finale dieses ungewöhnlichen Workshops ist der Vortrag vor Publikum am achten Tag. Und der liefert reichlich Überraschungen, zeigt aber auch, das etliche den Kick des Publikums brauchen, um zur Hochform aufzulaufen und "heißzuwerden", wie es ein Teilnehmer formuliert.

"Egal was passiert, mich verunsichert hier nichts mehr", sagt ein anderer und beschreibt damit die Sicherheit, die er im Laufe der vier mal zwei Tage auf der Bühne gewonnen hat.

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Rhetorisches Handwerkszeug, wie es in Seminaren gelehrt wird, reiche alleine nicht aus, um eine Rednerin oder einen Redner sicher zu machen und um überzeugend zu sein, so Dr. Sibylle Deutsch, Rhetoriktrainerin und Projektmanagerin des Workshops. "Aristoteles spricht davon, dass die Rede auf dreierlei basiert: dem Redner, dem Gegenstand, über den er spricht, sowie jemand, zu dem er redet, also der Zuhörer. Wir arbeiten vor allem am Redner", erläutert sie und gibt ein Beispiel. "Sehen Sie, wenn zwei sich über einen Gegenstand fundiert unterhalten, wirken sie natürlich und überzeugend. Sage ich den beiden, sie sollen das Selbe auf der Bühne weitermachen, werden sie unnatürlich. Ihre Körperhaltung versteift sich, die Stimme wird dünner, die Betonung affektiert und ihre Rede ist plötzlich monoton. Nichts davon fesselt und überzeugt den Zuschauer".

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Ein erfolgreiches Unternehmen, ist Sibylle Deutsch sicher, muss Zuschauer an sich binden können, denn: "Die Zuschauer sind Ihre Mitarbeiter und Ihre Kunden. Die zu überzeugen mit dem tiefsten Inneren, dort wo Sinn entsteht, wie Peter Brook es formuliert, das ist das Geheimnis!"

Der Workshop findet auf einer richtigen Bühne, der Niedersächsischen Landesbühne statt. Anstelle von Seminardozenten hat Sibylle Deutsch einen Stab professioneller Künstler und Lehrer aufgebaut. Eine Sängerin und Stimmtrainerin trainiert intensiv die Wechselwirkung von Atmung, Stimme und Sprache. Die Choreographin arbeitet mit Bewegung und Körper, mit Hindernissen auf der Bühne, trainiert das authentische und sichere Gehen vom Platz hinauf zum Pult. Journalisten nehmen die Frauen und Männer in die Zange und üben mit ihnen "life"-Interviews.

Werkstatt Ueberzeugen in der Oeffentlichkeit - Medien, Kunden, MitarbeiterSibylle Deutsch erläutert die Arbeitsweisen: "Die Teilnehmer lernen zum Beispiel, ihre Stimme als methodischen Ansatz zu gebrauchen; in der nächsten Sitzung hingegen ist die Bewegung der Auslöser für Ausdruck und Überzeugung. Authentisch sein wird trainiert, in dem der innere Impuls Körper und Stimme gleichzeitig in Bewegung setzt. Genau so wichtig wie die intensive Bearbeitung einzelner Bereiche, so wichtig ist Zusammenführung der Einzelaspekte in die Vortragskunst. Es ist wie ein Kaleidoskop: Ich trainiere die einzelnen Bildchen, bis sie perfekt sind, doch erst wenn man alles wieder zusammensetzt, gibt es das wunderschöne Bild - den erfolgreichen Vortrag -, das ob seiner inneren Klarheit überzeugt".

Wie entwickelt sich ein solcher Workshop? "Die Idee dazu habe ich schon lange, allein es fehlte der Partner, also eine Auftraggeberin, die weiß, das die monontone Rede, die affektierte Betonung und die unnatürliche Körperhaltung ihrer Führungskräfte bei öffentlichen Auftritten nur mit unkonventioneller Herangehensweise und unter life-Bedingungen verbessert werden kann - und nicht durch ein weiteres Rhetorikseminar der herkömmlichen Art".

Die mutige Partnerin fand die Unternehmensberaterin in der Nord/LB. Denn auch hier weiß man um die Erfahrung, dass die Topmanager im entscheidenden Moment, wenn das Mikrofon ausfällt oder die Skriptseiten runterfallen, oder die Dias nicht in der richtigen Geschwindigkeit eingeblendet werden, ihre Sicherheit verlieren und ihre Rede wird monoton, die Haltung ist unnatürlich, das Zittern in der Stimme kommt.

Werkstatt Ueberzeugen in der Oeffentlichkeit - Medien, Kunden, MitarbeiterNach Ende des Workshops bewegen sich die Führungskräfte tatsächlich so sicher auf der Bühne wie in ihren eigenen vier Wänden. Freilich blenden die Bühnenscheinwerfer immer noch, auch das Publikum ist nur schemenhaft zu erkennen - aber all das macht nichts. Da könnte auch ein Elefant auf die Bühne kommen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Workshops haben gelernt, mit allen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten nicht nur klar zu kommen, sondern sie auf bravouröse Weise zu meistern und in ihren Vortrag einzubauen. (eb)

Die großartigsten Geschichtenerzähler öffnen sich in jedem Augenblick dem Publikum und dem eigenen tiefsten Inneren, dort, wo Sinn entsteht. Sie haben ein Ohr nach innen gekehrt und eins nach außen (nach Peter Brook).

 
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